Alte Grenzen überwinden, neue Ziele setzen
Der August 2026 stand für Daniela Lemke im Zeichen der drei Triathlon-Elemente: Schwimmen, Radfahren und Laufen. Wem ein bisschen Laufen, Radfahren oder Schwimmen als Einzeldisziplin nicht ausreicht, der steckt seine Ziele höher und höher und landet schließlich da, wo alles zusammenkommt. Alles ganz freiwillig, wohlgemerkt.
Am 2. August war die Anfahrt erfreulich kurz, die Vorfreude umso größer. Der Volkstriathlon am Salzgittersee sollte als Generalprobe für den Ironman 70.3 in Duisburg dienen, nur mit Neopren statt Abendkleid. 750 m im Wasser, 25 km auf dem Rad und zum Schluss die Ehrenrunde um den See (5,4 km) - klingt theoretisch machbar. Bis der Startschuss fällt.
Das eindrucksvollste Bild für uns angereiste Fans war das Schauspiel der Badekappen-Invasion. Athleten und Athletinnen, die auf Signal gleichzeitig ins Wasser stürmten und in kurzer Zeit nur noch kleine Punkte waren, die sich tapfer durch das Wasser kämpften. Auch Dani gelang es, diesen für sie schwierigen Teil der Strecke zu meistern. Zufrieden konnte sie ihr Rad “Erwin” nach 18:43 Min und kurzem Aufenthalt in der Wechselzone aus seiner Parkbucht befreien und gelöst den 25 km Rundkurs über Reppner und Lesse zurück zum Salzgittersee in 45:50 Min genießen. Und wer Dani kennt, wusste, nach dem Radfahren wird nicht gejammert, sondern nur noch nach Hause gelaufen. Mit ihrem typischen Lächeln absolvierte sie die Ehrenrunde um den See in 26:33 Min und überquerte nach insgesamt 1:36,02 Stunden (3. Platz AK 45) glücklich die Ziellinie. Empfangen von ihrem Mann und Chef-Supporter Kai sowie Freunden gab das Ergebnis einen ordentlichen Motivationsschub für Duisburg. Das Zeitlimit von 2 Stunden war an diesem Tag schließlich kein Problem. Auch Petrus hatte offenbar eine Startnummer getragen und zeigte sich von seiner sonnigsten Seite. Verdient, nur das Beste für die Athletinnen und Athleten. Für die insgesamt 409 Teilnehmer am Volkstriathlon sowie die Zuschauer, Unterstützer und Freunde war es ein rundum gelungener Tag, der vielen in Erinnerung bleibt. Und aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: Von der Terrasse des Café del Lago triathtlont es sich auch sehr angenehm.
Viel Zeit zum Schwelgen blieb Dani allerdings nicht, denn Duisburg hatte am 16. August zum Ironman 70.3 geladen. Dani und Kai waren bereits zwei Tage zuvor angereist, um sich im Sportlerhotel einzurichten und dem wichtigen Briefing zu lauschen. Ein Triathlon hat seine eigenen Regeln, die es strikt zu beachten gilt, will man am Ende nicht mit DNQ in der Ergebnisliste landen.
Insgesamt 1.987 Athletinnen und Athleten erreichten an diesem Tag das Ziel - eine davon unsere Dani. Die Daheimgebliebenen konnten den Ironman, dank des Live-Tracking, in Echtzeit mitverfolgen. Die WhatsApp-Gruppe lief in bewährter Weise heiß, die Produktivität im Alltag hingegen eher weniger. Zwischenzeiten wurden analysiert, kommentiert und mit passenden Emojis gefeiert. Besonders galt das Daumendrücken der Schwimmstrecke. Wir wissen, Schwimmen im Freigewässer ist nicht Danis bevorzugte Disziplin. Dass sie den Kanal nach 1.900 m in einer Zeit von 48:27 Min verlassen konnte, hatte Ehemann Kai wohl nicht erwartet. Ein Foto aus der Wechselzone? Fehlanzeige. Erwin war schon unterwegs und Dani gleich mit. Zum Glück führte die 90-km-Radstrecke über einen Rundkurs, so dass Kai seine Aufgabe als Sportfotograf später wieder aufnehmen konnte. Nach dem dreistündigen Radfahren folgte ihre Paradedisziplin: Laufen. Wer den Wechsel vom Rad auf die Füße einmal gewagt hat, wird wissen, dass die ersten Schritte sich auch wie die solchen anfühlen. Wackelig und unsicher. Schnell muss das überwunden und der eigene Rhythmus gefunden werden. Dani gelang das an diesem Tag erstaunlich schnell. Sie lief den Halbmarathon in starken 1:59:46 Stunden nach Hause. Am Ende zeigte die Uhr inklusive beider Wechselzonen 5:59:44 Stunden (Platz 18 in AK 45, insgesamt Platz 1421). Für viele unvorstellbar, für Dani ein weiterer Haken auf der Liste der selbstgewählten Verrücktheiten. Ihr Enthusiasmus ist bemerkenswert und den anderen Triathletinnen und Triathleten gleich. Man muss schon ein wenig verrückt sein, seine Woche mit 5-6 Trainingstagen zu planen und weiterhin “nur” Freizeitsportler zu sein. Petrus blieb seiner Fanrolle treu: perfektes Wettkampfwetter, Sonne bis zum Zieleinlauf und Regen erst pünktlich zur Abreise. Am Montag wurde verdient regeneriert. Aber nicht zu lang. Denn nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf, die nächste Herausforderung wartet schon. Diese mag zwar bei jedem anders sein, ist aber stets in seiner Eigenheit besonders.
Anne Seibt
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