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North Sea Ultra - fast, flat and windy - wo der Name Programm ist
Am 9. Mai 2026 war es wieder soweit: 111 km um die größte nordfriesische Insel. Und das nicht etwa entspannt per Boot, sondern mit standfestem Willen und Beinen, die einen weiter tragen, als geglaubt. Die traumhafte Natur und die steife Brise sowie Sandkörnchen zwischen den Zehen, das alles gab es umsonst dazu. Nun ja, nicht ganz umsonst .. denn so einen Ultralauf macht man zwar freiwillig, tatsächlich bezahlt man auch dafür. Unverständlich für die einen, ein mega Erlebnis für die anderen. Für Daniela Lemke nicht das erste dieser Art, war sie doch bereits 2025 auf die Sylter Umrundung gestartet. Und weil eine Verrückte in unserer Laufgruppe nicht reicht, schaffte sie es, zwei weitere unter uns zu motivieren. Sophie Funke und Oliver Seibt waren zusammen mit Maik Limmes jedoch nur je zu ⅓ verrückt, sie bildeten die diesjährige Reisegruppe für Dani und liefen die Strecke als Staffel.
Um 6 Uhr morgens sollte es in Kampen losgehen, da musste sich die Gadenstedter Gruppe bereits früh den Wecker stellen. Maik durfte Dani die ersten knapp 38 km begleiten. Für alle 181 Einzelstarter sowie 35 Staffelstarter ging es vom Start in Kampen Richtung Norden. Die Sonne ging auf und die ersten beeindruckten Fotos weckten die Daheimgebliebenen. Wie im letzten Jahr wurden wir per WhatsApp mitgenommen auf die Reise und waren quasi dabei, ohne uns verausgaben zu müssen. Eigentlich sehr angenehm an diesem grauen Samstag im Peiner Land. Auf Sylt hingegen sprangen Kai Lemke, der TeamCoach, Sophie und Olli ins Auto und machten sich auf den Weg zu den ersten Verpflegungspunkten. Zurück in Kampen wurde beim Verpflegungspunkt 5 gewechselt, für Sophie ging es nun weiter über Keitum, das Morsumer Kliff zum Rantum Becken und schließlich nach Rantum. Für Maik hingegen begann nun der entspannte Teil des Tages. Einmal duschen und dann ab, die Sonne und das Inselfeeling genießen, die anderen mussten es schließlich zu Ende bringen.
Das Wetter meinte es fast zu gut mit den Läufern. Für die Zuschauer war es ein sehr angenehmer Frühlingstag, für viele Läufer jedoch zu warm, was den angestrengten Kreislauf noch zusätzlich belastete. Nach fast 34 km übergab Sophie Dani an Verpflegungspunkt 9 in Ollis Obhut und durfte ihre Flüssigkeitsreserven nach Herzenslust füllen. Für Dani hingegen begann nun das wohl schwerste Teilstück der Gesamtstrecke. Buchstäblich ausgebrannt von der Sonne, verlief die Strecke nun entlang der Dünen von Rantum an den südlichsten Punkt der Insel zum 10. Verpflegungspunkt in Keitum. Mental und körperlich erschöpft erwartete Dani und Olli bei Kilometer 86 eine besondere Überraschung. Hier warteten nicht nur Kai und Maik auf die beiden, sondern zwei weitere Unterstützerinnen, die sich die fünfstündige Anfahrt nach Sylt am Samstagvormittag nicht haben nehmen lassen. Aufmunternde Worte, gemeinsame Tränen und kleine Scherze machten diese Pause besonders. Besonders auch, weil es hiernach mit neuer Kraft und Zuversicht auf die letzten 25 km ging. Schon beim nächsten Verpflegungspunkt in Rantum und nur noch 13 verbleibenden Kilometern auf der Uhr, war die Stimmung gelöster und das Ziel nun in Sicht.
Unter 16 Stunden wollte Dani laufen.
Als die beiden gegen 20.00 Uhr in Rantum wieder auf die Strecke gingen, gab es nur noch die eigene Deadline zu schlagen. An der Westerländer Strandmuschel vorbei und Olli die Himmelsleiter hinauf jagen, damit waren alle Punkte Danis To-Do-Liste für dieses Wochenende abgehakt, einzig der Zieleinlauf vor 22.00 Uhr blieb noch offen. Aber auch hier konnte am Ende ein Haken gesetzt werden. Um 21:48 Uhr, nach 15 Stunden und 48 Minuten, durchquerten Dani, Maik, Sophie und Olli schließlich den Zielbogen in Kampen. Empfangen von der Reisebegleitung musste nun kein Meter mehr gelaufen werden. Es war geschafft und wieder einmal bewiesen, dass so vieles möglich ist, wenn der Kopf will, der Körper kann und einem dazu die beste Unterstützung zur Seite steht. Eine unglaubliche Leistung aller Teilnehmer, auch derer die es nicht zurück nach Kampen geschafft haben. Manchmal ist dieser Weg viel schwerer als die verbleibenden Kilometer bis zum Ziel.
Für uns Nachgereiste sollte es neben der Überraschung eigentlich ein entspannter Tag werden. Am Ende blicken wir auf einen aufregenden, emotionalen und auch ein bisschen anstrengenden Sylter Kurztrip zurück. Alle ziehen ein rundum positives Fazit. Nicht nur die Insel hat begeistert, auch der Lauf, der Zusammenhalt unter den Athleten und die Freude, diese Ultraleistung doch irgendwie gemeinsam geschafft zu haben. Da verwundert es nicht, dass die ersten schon auf 2027 schielen, den Kalender wälzen und die Unterkunft eigentlich schon fast reserviert ist. Olli möchte auch noch die anderen Seiten Sylts sehen, Dani vielleicht ihre Zeit knacken und auch Maik und Sophie haben sicher schon die nächsten Pläne. Ob Sylt oder nicht, das ist dabei ganz egal. Die Freude liegt meistens in den kleinen Abenteuern, die man am besten als Team erlebt.
Wir sagen Danke an Dani, für dieses einzigartige Erlebnis, das die anderen alleine vielleicht nie erlebt hätten. Danke an Kai, der als Supporter alles gibt und stets den Überblick behält. Danke an alle Mitglieder der WhatsApp-Gruppe, die so viel Mut und Zuversicht gaben und am Ende die Freude und den Stolz geteilt haben. Danke auch an meine Mitfahrerin Nadine Engel, ohne dich hätte sich diese Geheimtour nicht so angefühlt: verrückt und auf jeden Fall nach mehr. Mehr gemeinsame Momente, mehr Läufe und mehr Überredungskünste von Dani. Denn, nach dem Lauf ist vor dem Lauf und eigentlich ist doch immer: Time to run!
Anne Seibt
Bild zur Meldung: North Sea Ultra - fast, flat and windy - wo der Name Programm ist
Fotoserien
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Bericht zum 09.05.2026













